Bildbearbeitung für lau
Viele ambitioniert entstandene Fotos von Hobbyfotografen führen fortan ein Schattendasein in den Tiefen der heimischen Festplatte. Meist werden die eigenen Werke nicht mehr einer staunenden Menge zur Ansicht gebracht, weil es an der Nachbearbeitung hapert. Und nicht selten sind die doch recht erfrischenden Anschaffungspreise für Bildbearbeitungsprogramme der ausschlaggebende Punkt. Doch es geht auch anders: Im Internet wimmelt es geradezu vor kostenlosen Alternativen, die sich nicht hinter ihren kostenpflichtigen Pendants zu verstecken brauchen. Wir stellen Ihnen die wichtigsten Kandidaten vor.
Paint.NET 
Man darf sich nicht von der Dateigröße irritieren lassen: Mit weniger als fünf Megabyte ist Paint.NET ein wahres Leichtgewicht. Mit einigen kommerziellen Dateimonstern, die gleich Gigabytes auf der Festplatte verschlingen, kann das Progrämmchen auf jeden Fall mithalten. Hinzu kommt, dass Paint.NET äußerst ressourcenschonend arbeitet.
Das kostenlose Tool hat sich bereits auf breiter Ebene eine Fangemeinde geschaffen. Nicht zu Unrecht: Gerade für Einsteiger bietet diese Software alles, was zunächst benötigt wird. Sie können mit Ebenen arbeiten, eine große Auswahl an Filtern und Effekten steht zur Verfügung und alle gängigen Bildbearbeitungsfunktionen sind vorhanden.
Das Programm erschließt sich auch Anfängern relativ schnell, da es nicht mit einer Vielzahl an Optionen überladen ist. Das birgt natürlich auch Nachteile in sich. Die Retuschierfunktionen stehen nur in eingeschränktem Umfang zur Verfügung, für Fotografen essenzielle Werkzeuge, wie die Entfernung der gefürchteten roten Augen, sucht der Anwender hier vergebens.
Wer sich allerdings ohne besondere Kosten in die Bildbearbeitung einarbeiten möchte, der ist mit Paint.NET sehr gut bedient. Da sich diese Software an den gängigen Workflow gleichartiger Programme orientiert, lassen sich hier durchaus Erfahrungen sammeln, die dann auch später auf komplexere Tools übertragen werden können.
Das Programm selbst liegt auch in deutscher Sprache vor. Leider sind die vielen Tutorials und auch die gesamte Programmdokumentation in Englisch.
Fazit: 
Paint.NET ist eine sehr übersichtliche und leicht zu erlernende Bildbearbeitung mit allen wichtigen Funktionen. Leider trübt vor allem die englische Programmdokumentation das Bild ein wenig. Für künftige Versionen gäbe es noch eine Liste an zusätzlichen Features, die ebenfalls gerne Bestandteil dieses ansonsten bemerkenswerten Programms wären.
Pro:
Schnelle Einarbeitung
Sehr übersichtlich
Rasche und gute Ergebnisse
Contra:
Relativ geringer Funktionsumfang
Dokumentation in Englisch
Hersteller: dotPDN LCC
Website: www.getpaint.net
Note: gut
Preis/Leistung: sehr gut
Preis: Freeware
GIMP 2.6 
Hinter GIMP verbirgt sich die Abkürzung für den etwas sperrigen Titel „GNU Image Manipulation Program“. Das ursprünglich für Linux-Systeme entwickelte Programm wurde nunmehr auch auf Windows portiert und liegt in der Version 2.6 vor.
Zunächst irritiert das Erscheinungsbild ein wenig. Die Software lädt nicht als ein kompaktes Fenster – vielmehr zieren gleich drei Fensterchen den Desktop, fast so, als gehören sie nicht zusammen.
Hat sich der Anwender erst einmal an den etwas exzentrisch anmutenden Auftritt gewöhnt, versteht das Programm es durchaus, seine Benutzer zu begeistern.
Auch hier sollte niemand dem Trugschluss unterliegen, dass ein solches Freeware-Tool für ernsthaftes Arbeiten nicht viel taugt. In Sachen Ausstattung überrundet GIMP das zuvor vorgestellte Tool Paint.NET um ein Vielfaches.
Effekte und Filter sind in satter Auswahl vorhanden und lassen eigentlich kaum Wünsche offen. Okay – auch hier können nicht einfach mit einem spezialisierten Werkzeug rote Augen entfernt werden, aber ansonsten überzeugt GIMP auf der ganzen Linie.
Die Arbeitsabläufe gestalten sich wiederum wie bei anderen vergleichbarem Grafikprogrammen, sodass auch hier ein nachhaltiger Lerneffekt gegeben ist.
Zum Einarbeiten steht eine deutsche Programmdokumentation zur Verfügung, die online abgerufen wird. Eine bestehende Internet-Verbindung ist daher erforderlich.
Ambitioniertere Anwender würden sich auch hier einige weitere Features wünschen – so sind zum Beispiel keine Zeichenwerkzeuge für geometrische Grundkörper vorhanden – aber unter Betrachtung dieser Funktionsvielfalt ist dieses kostenlose Programm sicherlich einen Blick wert.
Fazit: 
Kostenloser Tausendsassa, der eigentlich kaum noch Wünsche offen lässt. Zwar mag das ungewohnte Erscheinungsbild zunächst ein wenig irritieren, aber nach kurzer Eingewöhnung überzeugt GIMP mit seiner Vielseitigkeit. Für viele Anwender, die nicht mit der englischen Sprache vertraut sind, wird sicherlich die deutsche Dokumentation ein Anreiz sein.
Pro:
Viele Effekte und Filter
Beachtlicher Umfang
Leicht zu erlernen
Contra:
Gewöhnungsbedürftige Oberfläche
Hersteller: The GIMP Team
Website: www.gimp.org
Note: sehr gut
Preis/Leistung: sehr gut
Preis: Freeware
Picasa 
Der Anbieter Google bringt anscheinend immer wieder das Kunststück fertig, durch Verschenken Geld zu verdienen. Ein weiteres Werk aus der vielfältigen Google-Schmiede ist Picasa, ein Bildverwaltungs- und Bearbeitungsprogramm.
Der erste Start fordert vom Anwender zunächst einmal ein wenig Geduld. Picasa durchsucht nämlich die lokalen Laufwerke und verewigt die gefundenen Bilder in einer internen Datenbank. Der Anwender hat allerdings die Möglichkeit, bestimmte Ordner auszuklammern.
Auch bei der Einarbeitung ist ein wenig Geduld erforderlich. Hier werden die Pfade des allgemeinen Workflows verlassen und Google backt hier seine ganz eigenen Brötchen. Das mag zwar nett gemeint sein, geht aber nicht immer gut. So sorgt die Picasa-eigene Verwaltung vor allen Dingen für irritiertes Stirnrunzeln. Wer zum Beispiel glaubt, an der rechten Fensterseite einen Rollbalken vorzufinden, wird schnell feststellen, dass dem nicht so ist. Vielmehr handelt es sich um einen Schieberegler, mit dessen Hilfe sich Scroll-Richtung und Geschwindigkeit festlegen lassen. Eine aktuelle Position in der mitunter endlos langen Liste lässt sich hieraus nicht ablesen.
Auch die Sortierung der Ordner ist nicht immer leicht nachvollziehbar. So artet die Suche nach bestimmten Dateien mitunter in eine recht zeitraubende Prozedur aus.
Nach Auswahl eines Bildes gelangt der Anwender in die interne Bildbearbeitung. Diese dient allerdings lediglich der Ausbesserung von Fotos. Von Funktionsvielfalt kann hier keine Rede sein. Die Bearbeitungsoptionen sind allerdings sehr übersichtlich angebracht und diese Aufgaben sind auch von Anfängern leicht zu bewältigen. Oft reicht nur ein einziger Mausklick aus.
Fazit: 
Als reine Bildbearbeitung gibt Picasa leider nicht viel her. Das ist insofern noch verzeihlich, als sich diese Software in erster Linie als Bildverwaltung empfiehlt. Als solche wiederum sind sehr viele gute Ansätze erkennbar, aber die doch sehr gewöhnungsbedürftige Benutzerführung macht es schwer, spontan in Begeisterung auszubrechen. Dennoch: Für ein kostenloses Programm bietet Picasa einiges und macht in vielen Punkten auch eine recht gute Figur. Und da diese Software nichts kostet, kann ein Versuch auch nicht schaden.
Pro:
Leicht handhabbare Filter
Umfrangreiche Verwaltung
Contra:
Insgesamt schwer zu handhaben
Nur rudimentäre Bildbearbeitung
Hersteller: Google
Website: picasa.google.com
Note: befriedigend
Preis/Leistung: sehr gut
Preis: Freeware
Darf’s auch etwas teurer sein?
Kostenlose Bildbearbeitungsprogramme bieten ziemlich viel und schonen natürlich den Geldbeutel. Allerdings werden die Augen mancher Hobbygrafiker traurig über die Sammlung unterschiedlicher Funktionen wandern und vergebens ein Werkzeug für die eigenen Zwecke suchen.
Also erweitern wir mal ein wenig unser Budget und nehmen uns in der Folge noch einige kostenpflichtige Kandidaten aus dem unteren Preisbereich vor.
Digital Foto Maker 9 
Magix ist ja vor allem als Software-Schmiede für Multimedia-Aufgaben jeglicher Couleur bekannt. Demnach liegt es auch nahe, dass aus dem Hause der Berliner ein Bildbearbeitungsprogramm kommt.
Knapp vierzig Euro wandern über den Ladentisch, ehe der stolze Neubesitzer die Programm-CD in sein Laufwerk schieben kann. Dann schauen wir uns mal an, was am Ende auf dem Bildschirm erscheint.
Wer sich bereits auf seine ersten digitalen Kunstwerke gefreut hat, wird bitter enttäuscht sein. Auch bei Digital Foto Maker handelt es sich mehr um eine Bildverwaltung und weniger um eine Bildbearbeitung. Wie bei Picasa können hier Fotos nachgebessert werden, aber tiefergreifende Funktionen suchen Sie hier vergebens.
Also nehmen wir uns dieses Werkzeug als Bildverwaltung vor. Im Gegensatz zu Picasa ist die Oberfläche sehr viel aufgeräumter und übersichtlicher. Exzentrisch anmutende Spielereien an den Elementen der Arbeitsumgebung bleiben aus. Die Software arbeitet schnell und zwingt auch die Ressourcen schwächerer Rechner nicht allzu sehr in die Knie. Die Optionen, vor allem bei der Bildbearbeitung sind allerdings recht bescheiden. Im Gegenzug bietet die Software vielfältige Optionen bei der Präsentation der angelegten Fotoalben.
Es bleibt lediglich die ernüchternde Feststellung, dass der Titel Foto Maker ein wenig irritierend ist und falsche Erwartungen weckt.
Fazit: 
Robustes und vielseitiges Bildverwaltungsprogramm mit einer allerdings recht rudimentären Ausstattung an Bildbearbeitungsoptionen. In Sachen Benutzerfreundlichkeit ist das Produkt von Magix seinem kostenlosen Pendant von Google haushoch überlegen. Auch die vielseitigen Präsentationsmöglichkeiten überzeugen. Für den irritierenden Titel gibt es allerdings Abzüge in der B-Note.
Pro:
Schnell und übersichtlich
Umfangreiche Präsentations-Funktionen
Contra:
Bildbearbeitungsfunktionen faktisch nicht vorhanden
In erster Linie Bildverwaltung
Hersteller: Magix
Website: www.magix.de
Note: gut
Preis/Leistung: gut
Preis: € 39,99
Serif Photo Plus X3 
Haben Sie schon unsere Vollversion Serif Photo Plus 11 installiert? Das wäre nämlich ein weiterer Kandidat, wenn Sie nicht allzu tief dafür in die Tasche greifen möchten.
Doch die Entwickler solcher Programme schlafen nicht. Sie sind vielmehr in sich gegangen, haben dieses Programm noch weiter optimiert, neue Features eingebaut und das Ergebnis als Version X3 vorgelegt. Achtzig Euro sollten in der Haushaltskasse noch übrig sein, um die neueste Version zu erwerben.
Rezensenten greifen bei solchen Programmen geradezu reflexartig den Vergleich zu dem Platzhirsch Photoshop von Adobe auf. Das wäre hier zwar vermessen, denn der fast zwanzig Mal teurere Profitool erfüllt natürlich ganz andere Erwartungen.
Und dennoch: Ein kleines Déja-vu-Gefühl macht sich hier schon breit. Viele Funktionen sind an das große Vorbild angelehnt. Auch die Gestaltung der Oberfläche weist gewisse Ähnlichkeiten auf. Doch von Größenwahn kann hier keine Rede sein.
Photo Plus X3 ist ein äußerst flexibles und vielseitiges Bildbearbeitungsprogramm das bei dem relativ geringen Anschaffungspreis mehr bietet, als gemeinhin erwartet werden kann. Die Einarbeitung wird alleine schon durch ein permanent eingeblendetes Hilfefenster gewaltig erleichtert. Dort werden die nötigen Arbeitsschritte Punkt für Punkt erläutert und der Anwender ist in der Lage, sich in einer Art Kaltstart in diese Software einzulernen – ganz nach dem Motto „Learning by doing“.
Die Liste der Effekte und Filter ist lang. Sehr lang. Auch die Sofort-Effekte sind erhalten geblieben. Mit einem Mausklick lassen sich ziemlich spektakuläre Ergebnisse erzielen.
Dateien werden in einem nativen Format gespeichert. Allerdings ist es auch möglich, diese in gängige Grafikformate zu exportieren. Hier wäre indessen noch der eine oder andere Wunsch offen.
Fazit: 
Serif Photo Plus X3 ist ein vielseitiges und äußerst effektives Bildbearbeitungsprogramm, das so schnell keine weiteren Wünsche mehr aufkommen lässt. Der einigermaßen niedrige Preis und eine große Funktionsvielfalt machen aus diesem Programm einen echten Geheimtipp.
Pro:
Umfangreicher Katalog an Effekten und Filtern
Viele Bearbeitungsfunktionen
Gut strukturierte Oberfläche
Contra:
Etwas teurer
Hersteller: Serif
Website: www.avanquest.com
Note: sehr gut
Preis/Leistung: gut
Preis: € 79,98
PhotoLine 15.55 
Auf der Suche nach geeigneter Software tut sich der eine oder andere Anwender auch ganz gerne Mal auf dem Shareware-Markt um. Nicht ganz ohne Grund, denn dort sind durchaus Schätze versteckt. Zudem werden die Produkte meist nur elektronisch übermittelt und damit sinkt auch er Anschaffungspreis.
Die Firma Computerinsel bietet ihr Bildbearbeitungsprogramm PhotoLine genau auf diesem Wege an. Der Preis liegt bei 59 Euro.
Auch hier ist der erste Eindruck der, dass es sich um eine umfassende Bildbearbeitung handelt. Und tatsächlich: Alle wesentlichen Funktionen sind in diesem Programm enthalten. Viele Effekte und Filter erlauben es, Bilder umfassend zu manipulieren und aufzuwerten. Mit Hilfe der vorhandenen Zeichentools können eigenständige Werke geschaffen werden. Der Umfang ist zwar nicht so gewaltig, wie bei Photo Plus, aber dennoch beachtlich. Einsteiger werden den etwas übersichtlicheren Katalog an Bearbeitungsoptionen durchaus zu schätzen wissen. Der Hersteller bietet zu dem Produkt noch eine ausführliche Programmdokumentation an, sodass einem raschen Einstieg nichts im Wege steht.
Fazit: 
PhotoLine ist zwar gut und gerne zwanzig Euro billiger als das Konkurrenzprodukt von Serif, bietet dafür auch weniger. Die Unterschiede im Funktionsumfang sollten dennoch zu verkraften sein. Schließlich stehen dem ein geringerer Preis und ein paar Exportformate mehr gegenüber.
Pro:
Viele Effekte und Filter
Fast alle wichtigen Zeichenwerkzeuge enthalten
Relativ preiswert
Contra:
Könnte noch ein paar Features mehr vertragen.
Hersteller: Computerinsel
Website: www.pl32.de
Note: gut
Preis/Leistung: gut
Preis: € 59,--
Photo Commander 8 
Der Hersteller Ashampoo ist mit der Software Photo Commander 8 auf dem Markt. Der erste Blick zeigt: Auch hier handelt es sich in erster Linie um eine Bildverwaltungssoftware. Dennoch wurde nicht an Funktionen gegeizt. Die Bildbearbeitungsfunktionen sind zwar bei Weitem nicht so umfangreich wie bei Kandidaten wie GIMP oder Photo Plus, die sich nun mal ausschließlich auf die Bildbearbeitung konzentrieren, aber die Liste der Möglichkeiten ist schon recht ordentlich.
Außerdem wusste Photo Commander mit seiner übersichtlichen Benutzerführung zu überzeugen. Die Ordner sind so aufgelistet, wie sie auch auf der Festplatte liegen. Eine langwierige Suche entfällt zunächst. In der Fenstermitte wird das gerade gewählte Bild zur Anzeige gebracht, rechts davon liegen die gefundenen Dateien in einer Thumbnail-Ansicht vor.
Aus den vorhanden Bilddateien lassen sich per Mausklick unter anderem Diashows und HTML-Bilderalben erzeugen. Unter der Rubrik „Quick-Fix“ können leichte Fehler aus Fotos ausgebügelt werden.
Positiv ist ferner, dass das Programm dem Anwender gleich zu Beginn seine Hilfe anbietet. So wird bei jeder neu aufgerufenen Funktion ein Textfenster eingeblendet, das den Anwender über die gebotenen Möglichkeiten und die nötigen Arbeitsschritte informiert.
Fazit: 
Zu dem Preis von zwanzig Euro wird ein wirklich umfangreiches Programmpaket angeboten. Zwar erfüllt auch diese Bildverwaltung nicht unbedingt die Kriterien einer reinen Bildbearbeitung, aber der Umfang ist dennoch beachtlich.
Pro:
Übersichtliche Bildverwaltung
viele Bildbearbeitungsfunktionen
Contra:
-
Hersteller: Ashampoo
Website: www.ashampoo.de
Note: sehr gut
Preis/Leistung: sehr gut
Preis: € 19,99
